Mein Weg, meine Ziele und wie ich zum Thema Berufswünsche stehe

Architektin, Archäologin, Ärztin oder doch Schauspielerin? Ich wollte schon immer etwas werden und hatte viele vergängliche Träume. In meinem Leben habe ich mir schon einige Ziele gesetzt und auch dementsprechend meine Interessen erweitert. Ich finde, dass es sehr wichtig ist einen Berufswunsch und somit auch ein Ziel zu haben. Denn ohne Ziel – kein Weg… Also wohin und warum?

Ich bin auf eine Blogparade von Anne Nühm gestoßen, in der sie Blogger aufruft über das Thema „Berufswünsche“ zu schreiben. Das Thema spricht mich sehr an und daher nehme ich sehr gerne an dieser Blogparade teil.

Wie bereits erwähnt, wollte ich schon einiges werden. Angefangen mit dem Wunsch Architektin zu werden. Ich skizzierte Häuser für mein späteres Ich und für meine Großeltern ein Haus auf einer schönen Insel. Dadurch versuchte ich mich in die Gedanken der Architektur zu begeben.

Später verliere ich dieses Ziel aus den Augen und ich versuchte mich an meinem neuen „Traumberuf“. In der Zeit, in der ich beispielsweise Archäologin werden wollte, sammelte ich Steine und schöne Kristalle. Zwar hat das (glaube ich) nicht wirklich viel mit Archäologie zu tun, aber damals sah ich eine Verbindung darin. Also ging ich in die Natur, sammelte die schönsten Steine, wünschte mir Steine zum Geburtstag und kaufte mir sogar Bücher über Steine. Und wieder erweiterte ich meinen Horizont und ich probierte mich neu aus. Ich finde es schön, dass ich immer die Möglichkeit hatte, meinen Träumen nachzugehen und diese auch ausprobieren durfte. Daher finde ich es so wichtig, dass man schon in jungen Jahren einen Wunsch hat. Man erweitert (auch wenn nur in kindlichen Augen) das eigene Horizont und entdeckt seine eigenen Interessen.

In der Oberstufe endeten diese Phasen und es kam der Zeitpunkt, an dem ich mich auf ein Ziel fixieren musste. Leider habe ich meine allgemeine Hochschulreife, aus persönlichen Gründen, nicht bekommen und musste mich nach der 13. Klasse entscheiden, ob ich diese nochmal wiederholen oder nur meine Fachhochschulreife erhalten möchte. Ich entschied mich für die zweite Variante und das war im Nachhinein auch die richtige Wahl für mich. Da mit dem Abschluss der 12. Klasse der praktische Teil der Fachhochschulreife noch fehlt, musste ich mich entweder für ein freies soziales Jahr oder ein Jahrespraktikum entscheiden (Hessische Regelung). Auf der Suche nach einem Jahrespraktikum, wollte ich mir bewusst werden, wie es für mich danach weitergehen sollte. Also informierte ich mich, schickte Bewerbungen ab und erhielt die Möglichkeit für mehrere Bewerbungsgespräche. Einmal in der Immobilienbranche in Stuttgart, Journalismus in Darmstadt oder Autozulieferer in Frankfurt. Ich ging zu den Gesprächen und sah mir die Möglichkeiten an. Ich glaube ich hätte auch in allen Bereichen Spaß gehabt, aber im Endeffekt entschied ich mich für den Autozulieferer. Ich muss dazu sagen, dass auch mein Vater als Maschinenbauingenieur bei diesem Unternehmen tätig ist und ich das Unternehmen daher bereits ziemlich gut kannte (Tag der offenen Tür, Girlsday, etc). Zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich also meine Fußstapfen in der Automobilbranche zu setzen. Dieses Jahrespraktikum war wirklich eine sehr schöne und weiterentwickelnde Erfahrung. Mein Interesse festigte sich immer mehr in Bezug auf Autos und mittlerweile finde ich Autos sehr beeindruckend. Ich bin der Meinung, dass man immer die Möglichkeit suchen wird, sich fortzubewegen. Egal ob Abgas-Skandal oder E-Mobilität, die Schlagzeilen schmücken. Nach diesem Praktikum hatte ich also meine Fachhochschulreife und nun musste ich überlegen, wie ich weitergehen möchte. Da ich während meines Praktikums viel mit dualen Studenten zusammengearbeitet hatte und ich dadurch die Vorzüge eines dualen Studiums sehen konnte, entschied ich mich dazu diesen Schritt zu gehen. Ich verschickte mal wieder Bewerbungen ab und erhielt zwei Bewerbungsgespräche. Einmal in Berlin in der Versicherungsbranche und in Hamburg in der Automobilbranche. Ich ging auch wieder zu beiden Gesprächen und abgesehen davon, dass ich in der Versicherungsbranche eine Absage erhielt, war mir bereits im vorhinein klar, dass mein Ziel die Automobilbranche sein sollte. Ich erhielt zum Glück auch eine Zusage und ich startete ein duales Studium – BWL inkl. einer Ausbildung zur Automobilkauffrau. Es war wie ein Traum und einfach zu schön, um wahr zu sein.

Natürlich kam alles anders als gedacht. Ich musste das duale Studium leider bereits nach einigen Monaten abbrechen und stand nun wieder ohne Weg, aber immer noch mit einem Ziel da. Ich arbeitete erstmal ein Jahr als Vollzeitkraft in der Gastronomie und startete dann ein normales Studium Betriebswirtschaftslehre. Nun bin ich bis hierhin gekommen. Wir sind in der Gegenwart. Ich bin Studentin und habe ein Ziel: Automobilbranche – Marketingbereich. Ich habe nicht aufgegeben und werde das auch nicht tun, denn ich habe bisher viel zu viel Zeit für den Weg geopfert. Im Übrigen möchte ich zu diesem Punkt noch anmerken, dass es auch Betriebswirtschaftslehrestudenten gibt, die ein Ziel haben. Nicht alle BWL-Studenten studieren es, weil sie nichts Besseres gefunden haben oder nicht wissen wohin. Ich bin genervt davon, mich immer dafür erklären zu müssen.

Das sind meine Erfahrungen zum Thema Berufswünsche. Ich finde es sollte „normal“ sein, dass Menschen und vor allem Kinder Berufswünsche oder einen Traumberuf haben. Es sollte gar nicht vorkommen, dass jemand etwas studiert nur, weil er nichts „Besseres“ gefunden hat. Wenn wir doch diesen Luxus haben unsere Zukunft selbst gestalten zu können, dann sollten wir das auch Nutzen. Nur leider funktioniert das in unserem System nicht so leicht. Wer hilft uns denn dabei einen Berufswunsch zu entdecken? Wo werden uns mal alle Alternativen präsentiert, so dass einem die Wahl und die Alternativen bewusst werden? In der Schule wird auf jeden Fall nicht beigebracht, dass es wichtig ist einen Traum oder ein Ziel zu haben und wie so etwas aussehen könnte. Und ich finde genau das fehlt. Ich glaube daran liegt es auch, dass viele Menschen gar nicht wissen, wo ihr Weg sie hinführen soll oder was sie überhaupt werden wollen.

Ich würde mir wünschen, dass alle Menschen ein Ziel und einen Traumberuf haben. Das bringt uns nämlich auch dazu, dass wir mehr Freude an den Sachen haben, die wir dafür tun. Wir entwickeln uns weiter und lernen aus Erfahrungen. Aber ohne Ziel oder Berufswunsch, können wir, meiner Meinung nach, unsere Erfahrungen gar nicht bewerten.

Falls mein Leben mal wieder bei Plan A ein falsches Spiel spielen sollte, muss dann Plan B ran und ich werde Schauspielerin. Aber ich wäre der glücklichste Mensch der Welt, wenn ich sagen kann, dass ich im Marketingbereich in der Automobilbranche tätig bin und dafür werde ich auch noch alles geben.

Ich wünsche euch einen schönen Tag, frohe Ostern und bleibt gesund!

In Liebe, Dilara.

4 Kommentare zu „Mein Weg, meine Ziele und wie ich zum Thema Berufswünsche stehe

  1. „Im Übrigen möchte ich zu diesem Punkt noch anmerken, dass es auch Betriebswirtschaftslehrestudenten gibt, die ein Ziel haben. Nicht alle BWL-Studenten studieren es, weil sie nichts Besseres gefunden haben oder nicht wissen wohin.“
    Endlich mal jemand, der das auch sagt. Ich selbst studiere Betriebswirtschaftslehre, weil ich die Themen interessant finde 🙂
    Ich wünsche dir noch alles Gute auf deinem Weg, bei deiner Offenheit und Entschlossenheit kann nur alles gut werden.

    Gefällt 1 Person

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